Unser Video: Satire mit Biss. Aber mit einem ernsten Kern.
Sie nennen es Naturschutz. In Wahrheit ist es eine Menschenkette vor dem Gewehr.
Da ruft der Verein Wolfsschutz-Deutschland e.V. sowie der Taskforce Artenschutz e.V. dazu auf, in unsere Wälder zu pilgern.
Nicht um zu helfen.
Nicht um zu verstehen.
Sondern um „Präsenz zu zeigen“.
Um zu dokumentieren.
Und um die Jagd zu stören.
Sie schreiben es selbst: „Klagen retten keine Leben mehr – unsere Präsenz vor Ort tut es.“
Der Hintergrund: In Rheinland-Pfalz hat der Westerwaldkreis den Abschuss des Problemwolfs GW2478m genehmigt.
Die Abschussgenehmigung für seine zwei Kinder im Lahn-Dill-Kreis ist ebenfalls rechtskräftig, gültig bis zum 31. Oktober.
Es gibt keine juristische Hürde mehr. Also versucht man es jetzt mit Menschen vor Ort.
Und wer ist dieser Wolf, den sie retten wollen?
GW2478m – oder wie seine Fans ihn nennen: „Milano“, der Leitwolf des Greifensteiner Rudels, hat laut offizieller DNA-Auswertung seit 2023 insgesamt 31 Rissereignisse in Hessen und Rheinland-Pfalz verursacht. Mindestens 123 Nutztiere wurden getötet oder verletzt.
Er ist zudem der Sohn des berüchtigten Problemwolfs GW1896m.
Und die Behörde schreibt es selbst: Er hat bewiesen, dass er zumutbare Herdenschutzmaßnahmen unproblematisch überwinden kann.
Er springt über hohe, sogar elektrifizierte Zäune. Einmal angeeignet, wird er diese Fertigkeit immer wieder anwenden und das Wissen an seine Nachkommen weitergeben.
Das ist kein „armer Wolf“. Das ist ein Spezialist für Zaunüberwindung, der genau das tut, was ihm niemand abgewöhnen kann.
Und jetzt kommt der Punkt, der alles erklärt:
Diese Leute kämpfen für ein einziges Tier.
Für einen Wolf, der längst bewiesen hat, was er anrichtet.
Aber was ist mit den Weidetieren? Was ist mit den Schafen, Ziegen und Kälbern, die nicht sofort tot sind, sondern mit aufgerissenen Kehlen, gebrochenen Beinen und aufgeschlitzten Bäuchen auf der Weide liegen und langsam verenden, bis jemand kommt und sie erlöst?
Was ist mit den trächtigen Muttertieren, die nach einem Riss verwerfen, weil die Herde traumatisiert ist?
Was ist mit den Tieren, die in Panik ausbrechen und auf der Straße landen?
Das interessiert sie nicht.
Sie stehen nicht morgens um fünf auf der Weide und sammeln die Überreste ein. Sie hören nicht das Schreien der verletzten Tiere. Sie sind nicht dabei, wenn der Tierarzt kommt und nichts mehr tun kann außer der Spritze. Sie fahren nach dem Wochenende zurück nach Hause und posten ihre Fotos.
Ein Wolf. Ein einziges Tier.
Für den machen sie mobil, für den rufen sie zur Nachtwache auf, für den stellen sie sich vor Gewehre. Aber die Tiere, die jeden Tag für uns auf der Weide stehen – Schafe, Ziegen, Kälber, Jungrinder –, die sind ihnen egal.
Die dürfen sterben.
Die dürfen leiden.
Die dürfen verenden.
Hauptsache, der Wolf lebt.
Die Aktivisten rufen ausdrücklich dazu auf, „gerade auch in der Dämmerung“ unterwegs zu sein. Und sie empfehlen: „Wenn Du Pilze suchen möchtest, kannst Du Dich auch außerhalb von Wegen aufhalten.“
Was sie nicht sagen: Jetzt ist Brunft.
Von September bis Anfang Oktober röhrt der Rothirsch. Die Hirsche haben sich den ganzen Sommer über Fettreserven angefressen, um diese Wochen zu überstehen. Sie kämpfen, sie verteidigen ihre Rudel, sie pflanzen sich fort. Werden sie in dieser Zeit durch Menschenmassen aus ihren Brunftgebieten vertrieben, verlieren sie Energie, die sie für Kämpfe und Fortpflanzung brauchen. Die Folgen: geschwächte Tiere, verschobene Setzzeiten, Kälber, die später und schwächer zur Welt kommen.
Und Rehwild? Dessen Brunft ist vorbei, aber es ist nicht weniger betroffen. Die Forschung ist eindeutig: Unberechenbare Störungen abseits der Wege treiben Rehwild bis zu 1000 Meter weit. Der Energieverlust muss kompensiert werden – an jungen Bäumen. Das ist der Verbiss, der unseren Wald kaputtmacht und den Waldumbau gefährdet.
Wer zahlt den Preis für diese „Wanderaktion“?
Nicht der Verein aus Hamburg.
Nicht die Aktivisten, die nach dem Wochenende wieder nach Hause fahren.
Es zahlen:
Jäger, die ihren gesetzlichen Abschussplan nicht erfüllen können.
Waldbauern, deren junge Bäume gefressen werden.
Und Weidetierhalter, die zusehen müssen, wie ihre Tiere leiden – weil ein Verein aus Hamburg meint, er müsse einen Problemwolf retten.
Unser neuer Comic zeigt, wie das endet.
Satire? Ja. Aber mit einem ernsten Kern: Wer von außen in ein System eingreift, das er nicht versteht, richtet Schaden an – an Wildtieren, am Wald, an den Menschen, die dort leben und arbeiten.
Und manchmal fällt das auf einen selbst zurück.